25 Jahre Württemberger Weinwanderweg
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Grantschen Weine - Abschied von Fritz Herold - Neuer Kellermeister

Nach 38 Jahren endete bei den Grantschener Wengertern die Ära von Kellermeister Fritz Herold. Er ging zum Jahresende 2008 in Ruhestand.

Der Wein- und Fassküfermeister hat sich Verdienste für den gesamten Weinbau in Württemberg erworben. Neuer Chef im Keller ist Ulrich Schwager (43). Er ist seit September 1996 Zweiter Kellermeister in Grantschen. In der Heilbronner Stimme zog Kilian Krauth am 30. Dezember 2008 Bilanz einer erfolgreichen Ära. Fritz Herold gab seine Erfahrungen und Erkenntnisse zum Besten.

Grandor-Vater macht „Spielchen“ nicht mehr mit

„Als alter Fuchs hat man gewisse Spielchen nicht mehr nötig“, sagt Fritz Herold, greift ganz locker zu seiner Lemberger Spätlese und hält das Glas ins Licht. „Außerdem trete ich lieber auf dem Zenit ab.“ Und schließlich wolle er auch noch etwas von Ehefrau Ruth sowie den Enkeln Celine (10) und Niklas (7) haben, sagt der 63-Jährige.

Fritz Herold schenkt Kunden und Kollegen gerne reinen Wein ein. Der Kellermeister aus Grantschen hat viel für den Qualitätswein getan. Foto: Ulrike Kugler

Der Kellermeister der Genossenschaft Grantschen Weine hat an Silvester seinen letzten Arbeitstag. Nachfolger ist sein Vize Ulrich Schwager aus Erlenbach. Der 43-Jährige tritt kein leichtes Erbe an. Denn auch für Geschäftsführer Bruno Bolsinger (62) rückt die Rente näher. Das Duo Herold-Bolsinger hat Grantschen zu einem international bekannten Markenbegriff aufgebaut. Wobei die 180 Mitglieder aus Grantschen, Wimmental und Ellhofen mit Vorstandschef Friedrich Wirth an der Spitze, so betont Herold, „gut mitgezogen haben“.

Herold selbst stammt aus Frankenbach. Ursprünglich wollte er Weinhändler und Wirt werden. Dass er den richtigen Weg eingeschlagen hat, können selbst seine Neider nicht bezweifeln. Er war im Küferhandwerk Landes- und Bundessieger, machte 1968 seinen Meister und kam 1970 als Betriebsleiter und Kellerchef nach Grantschen. Unter ihm wurde die 150-Hektar-WG, die sich 1971 eigentlich komplett der WZG anschließen wollte, in mehreren Schritten zum stolzen „Chateau“ ausgebaut. Aus der WZG ist man ausgetreten.

„Um einen Betrieb vorwärts zu bringen, muss man innovativ sein und sich von der Allgemeinheit absetzen“, lautet einer von Herolds Kernsätzen. Als um ihn herum fast alle Kollegen auf Edelstahl und Erhitzung setzten, experimentierte er in den 80ern mit Cuvées und Barriques. Bald sorgten die „Schwarze Serie“, der „SM“ und der „Grandor“ für Furore. „Schön, dass uns bald ganz Württemberg nacheiferte.“

Inzwischen ist es um Grantschen etwas ruhiger geworden. „Ich halte diesen Prämierungseifer für maßlos überzogen“, betont der ehemalige Turner. Der DLG hat der Spitzentester, der auch als berufständischer Sachverständiger, als Gesellen- und Meisterprüfer fungierte, aus Protest den Rücken gekehrt. Nicht mehr ernst nehmen kann er Weinführer wie etwa den Gault Millau. „Da läuft vieles über Beziehungen. Die Kunst besteht darin, das zu machen, was die Kunden wollen.“

„Heute müssen wir nicht nur die Trauben ausdünnen, sondern auch das Sortiment“, sagt der Küfermeister, dessen Horizont nicht an der Kellertür endet. „Der Kunde am Regal blickt doch gar nicht mehr durch.“ Für unverzichtbar hält er in Württemberg allein Trollinger, Lemberger, Riesling und Schwarzriesling, „vielleicht noch Samtrot als regionale Spezialität“.

Frucht hat Zukunft Als Lichtblick am Horizont des immer härter umkämpften Weinmarktes nennt Herold die steigende Nachfrage nach „fruchtigen Tropfen, wie sie fast nur in unseren Breiten wachsen“. Den Export habe die Branche bisher jedoch verschlafen. „Da sind uns Frankreich und Italien um Längen voraus“, weiß der weit gereiste Vordenker nicht erst seit seiner jüngsten Thailand-Mission. „Die Asiaten sind richtig scharf auf unsere Weintypen. Da müssen wir dranbleiben.“

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