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30.4.2010
Hohl: „Hausaufgaben“ für Weinwirtschaft und die Politik
Klare Worte bei der Mitgliederversammlung des Weinbauverbandes Württemberg am 30. April 2010 in Besigheim. Präsident Hermann Hohl bot verschiedenen Landesministerien die Zusammenarbeit an und nannte die anstehenden „Hausaufgaben“ für Weinwirtschaft und Politik.
- Das vorbildliche Struktur- und Qualitätsprogramm des Landes müsse ständig angepasst werden. Fusionsbedingte Kosten sollten künftig höher als bisher gefördert werden.
- Der Kampf um den Erhalt des Anbaustopps und damit um den Erhalt der Kulturlandschaft und der Existenz der Weinbaubranche sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe des Landes.
- Eine fachgerechte Bewirtschaftung dürfe nicht durch realitätsferne Naturschutzmaßnahmen eingeschränkt werden. Hohl: „Uns muss man Naturschutz nicht erklären, wir praktizieren ihn.“
- Der Weintourismus brauche eine konsequentere Strategie, damit „das Thema kein Papiertiger bleibt“. Erhalten werden müsse die Fachstelle für Tourismus und Architektur bei der Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg.
- Ausbildungspläne von Berufsschulen, Fachschulen und Hochschulen müssten auf die Internationalisierung des Weinmarktes ausgerichtet werden und deshalb Themen wie Qualität und Vermarktung verstärkt einbeziehen.
- Eine Agrarschau Baden-Württemberg müsse das Genießerland Baden-Württemberg umfassend darstellen.
- Gemeinsam mit den Fachministerien müsse man im Sinne der Vorbeugung über verantwortungsbewussten Weinkonsum aufklären.
Minister Rudolf Köberle, MdL, vom Ministerium Ländlicher Raum, Ernährung und Verbraucherschutz, sprach über „Perspektiven des baden-württembergischen Weinbaus im globalisierten Markt“.
Goldene Ehrennadeln für Verdienste um den Weinbau wurden an Werner Müller (Waiblingen), Helmut Steinbrenner (Pfedelbach-Renzen) und Alfred Weiberle (Vaihingen-Horrheim) verliehen.
- Werner Müller hat sich in seiner 40-jährigen Tätigkeit bei der Waiblinger Kreiszeitung in herausragender Weise den Themen rund um die Region Remstal und damit auch den Wein gewidmet. Sachkundig und fair hat er alle Aspekte des Weinbaus durchleuchtet. Am 1. Oktober 2009 ist er in den Ruhestand getreten.
- Helmut Steinbrenner hat sich 31 Jahre lang in besonderer Weise ehrenamtlich für den Weinbau engagiert: Von 1967 bis 1990 war er Aufsichtsrat, davon von 1980 bis 1990 Vorsitzender, der WG Heuholz, danach Vorstandsvorsitzender. Darüber hinaus brachte er seine Sachkunde auch 19 Jahre im Gemeinderat der Weinbaugemeinde Pfedelbach und über 30 Jahre im Ortschaftsrat der Teilgemeinde Harsberg ein.
- Alfred Weiberle beendet im Juni 2010 seine 1978 begonnene Tätigkeit beim Weinbauverband Württemberg, wobei die Hauptaufgabe die organisatorische Durchführung der Qualitätsprüfung für Wein und Sekt im b.A. Württemberg war. Der Weinbautechniker war von 1971 bis 1978 stellvertretender Vorsitzender des Bezirks Stromberg-Enztal. Seit 1997 ist er in der Verwaltung der Weingärtner Horrheimer-Gündelbach eG, seit 199 als Vorstandsvorsitzender. Im Ehrenamt ist er seit 1983 auch evangelische Kirchengemeindert.

Die Politik ist gefordert, wenn es um die Zukunft des Weinlandes Württemberg geht. Präsident Hermann Hohl im Steillagengebiet Lauffen im Gespräch mit Hohenlohe-Landrat Helmut Jahn, dem neuen Präsidenten des Landkreistages Baden-Württemberg.

Mitgliederversammlung am 30. April 2010 in der Alten Kelter in Besigheim.


Ehrungen bei der Mitgliederversammlung: Von links Präsident Hermann Hohl, Helmut Steinbrenner, Alfred Weiberle, Weinkönigin Juliane Nägele, Werner Müller.

Präsident Hermann Hohl bei seiner Grundsatzrede.

Der neue Minister für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz, Rudolf Köberle, hielt auf der Mitgliederversammlung eine Rede. Fotos: Walter Eberenz.
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