Weinhoheiten 2011/2012 grüßen alle Weinfreunde
Die Württemberger Weinhoheiten 2011/2012 grüßen die Weinfreunde des Anbaugebietes: Weinkönigin Petra Hammer (rechts) und Weinprinzessin Stefanie Zimmer.

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DWV-Präsident Weber lobt Württemberger Dynamik

„Zuversichtlich“ zeigte sich der Präsident des Deutschen Weinbauverbandes im Blick auf die Beibehaltung des Anbaustopps in Europa. Norbert Weber erklärte am Rande einer Präsidiumssitzung des DWV in Weinsberg: „Wir arbeiten auf allen Kanälen.“ Ziel sei eine Mehrheit im Europäischen Parlament: „Wir schaffen es nur über den politischen Weg.“ Von Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy erwartet Weber eine ähnlich eindeutige Haltung, wie sie jüngst die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel gezeigt habe. Berlin werde von der Möglichkeit Gebrauch machen, das Ende des Anbaustopps zunächst bis 2018 hinauszuschieben. Entscheidend im anstehenden Verfahren sind die europäischen Regierungen. Frankreich, Österreich, Luxemburg und die Oststaaten seien mit Deutschland für die Beibehaltung des Anbaustopps, Italien und Spanien seien noch geteilter Meinung.

Die EU-Kommission will ab 2015 nicht nur in traditionellen Lagen, sondern auf jedem Acker den Anbau von Weintrauben zulassen. Für Weber bedeutet dies das Ende der Kulturlandschaften an Rhein, Neckar und Mosel. Die deutschen Winzer könnten mit billiger produzierten Massentropfen aus dem Flachland preislich nicht mehr mithalten. Am Ende stünden Preise, die nicht mehr dem Wert des Produktes entsprächen. Weber warnte auch vor Spekulanten: „Land ist weltweit ein wertvolles Gut geworden. Es hat für Investoren eine hohe Bedeutung. Dort, wo heute Mais steht, könnten es bald Reben sein − während Steillagen verwildern." Schaden erwartet Weber auch für den Weintourismus: „Alle Weinbauregionen sind Tourismusregionen. Diese kulturhistorische Demension müssen wir noch deutlicher machen.“

Zuversichtlich äußerte sich der Deutsche Weinbauverbandspräsident nach den jüngsten Urteilen im Blick auf die Erhaltung des Deutschen Weininstitutes.

Positiv bewertete Weber die derzeitigen Fusionsaktivitäten im Württembergischen Genossenschaftswesen: „Hier wird die strukturelle Notwendigkeit erkannt.“ Bei den „kleinen Strukturen“ in Deutschland böten Zusammenschlüsse die Chance zur Entwicklung von mehr Profilweinen, die der Markt in größeren Mengen verlange. Angesichts des Kostendrucks sagte der Württemberger Weinbauverbandspräsident und Vizepräsident des Deutschen Weinbauverbandes Hermann Hohl weitere Fusionen voraus: „Wer den Handel bedienen will, braucht entsprechende Mengen." Dies müsse nicht zu Massenweinen führen. Man werde vielmehr regionaltypische Profilmarken wie Hohenloher Riesling oder Fellbacher Trollinger weinrechtlich schützen. DWV-Präsident Norbert Weber bescheinigte Württemberg bei der Entwicklung des Bezeichnungsrechts und von Strukturprogrammen für die Weinwirtschaft zur sinnvollen Verwendung von EU-Mitteln eine „große Dynamik".

In Weinsberg tagten in den Räumen des Weinbauverbandes Württemberg außer dem Präsidium des Deutschen Weinbauverbandes auch die Arbeitskreise „Ausbildung und Forschung“ sowie „Weinrecht und Weinmarkt“. Beraten wurde von rund 50 Weinbauexperten unter anderem über Ausbildung, Weinrecht und Vermarktungs-Konzepte.



Norbert Weber in Weinsberg im Gespräch über Weinbaupolitik

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