25 Jahre Württemberger Weinwanderweg
Seit 25 Jahren begleitet jetzt die rote Traube Wanderer durch die Württemberger Weinlandschaft. Der Schwäbische Albverein pflegt den Württemberger Weinwanderweg.

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15.9.2010

WZG-Vorstand Dieter Weidmann warnt vor Dumpingpreisen

„Die Frage ist, ob unter den derzeitigen Markt- und Wettbewerbssituationen noch alles richtig ist, was vor zehn Jahren richtig war.“ Dieser Satz von Dieter Weidmann, Vorstandsvorsitzender der Württembergischen Weingärtner-Zentralgenossenschaft, fasste zusammen, was bei einer Informationsveranstaltung des Weinbauverbandes Württemberg in Weinsberg ausführlich diskutiert wurde. Präsident Hermann Hohl wollte Entscheidungsträgern Informationen und Perspektiven mit auf den Weg geben.
Die aktuellen Verbraucher-Zahlen für den deutschen Weinmarkt machten deutlich: Nach 14 Preissenkungsrunden des deutschen Lebensmittelhandels in 2009 ist die Warengruppe Wein auch im ersten Halbjahr 2010 preislich weiter unter Druck geraten. Rund 100 Millionen Euro haben die Deutschen weniger für alkoholhaltige Getränke ausgegeben. Im Blick aufs Rest-Jahr 2010 mit dem umsatzstarken 4. Quartal verbreitete Weidmann einen „gewissen Optimismus“: Der Konsum werde wieder ansteigen, das vorweihnachtliche Geschenke-Geschäft aber „eher geringer ausfallen“.
Unverändert sei Wein ein „preissensibles Produkt“, betonte Weidmann: „Ein wesentlicher Hebel für den Absatz ist der Preis.“ Der WZG-Chef warnte davor, sich „über Dumpingpreise gegenseitig aus dem Markt zu schießen“ und zur Verunsicherung der Verbraucher beizutragen, indem „unsere Produkte jeden Tag an einer anderen Ecke noch billiger zu haben sind“. Der Konsument sei heute „extrem“ preissensibel und wechselbereit.
Eine klare Absage erteilte Weidmann mit Blick auf „vagabundierende“ Weinmengen Überlegungen, die Genossenschaftsgruppe solle die Vermarktung dieser Mengen übernehmen: „Genossenschaften als Resteverwerter - das funktioniert nicht.“ Unternehmerisches Handeln und unternehmerische Verantwortung heiße auch, „nicht am Markt vorbei zu produzieren“.
Klare Aussagen machte Weidmann zur betriebswirtschaftlichen Situation: „Das Auswechseln der handelnden Personen verändert die Lage nicht. Die Marktbedingungen bleiben die gleichen. Unter diesen veränderten Markt- und Rahmenbedingungen müssen alle Beteiligten an der Wertschöpfungskette bereit sein, Veränderungen und Optimierungen vorzunehmen – vom Weinberg bis in den Einkaufskorb des Verbrauchers.“ Die in den letzten Jahren von außen aufgezwungenen Kostensteigerungen (u.a. bei Energie, Glas, Etiketten, Kartonagen, Logistik und Personal) konnten laut Weidmann bisher nicht durch entsprechende Preiserhöhungen kompensiert werden. Wichtig sei auch die Risikostreuung im einzelnen Betrieb. Das gegenwärtige Württemberger Sortenverhältnis 25 Prozent Weiß und 75 Prozent Rot bezeichnet sei „ungesund“.
„Die größte Hebelwirkung auf die Ertragslage haben Preiserhöhungen“, betont  Weidmann. Allerdings: „Wir sind nicht allein auf der Welt. Auf uns wartet man nicht.“ Sein Rezept: „Wir müssen uns über Qualität, Herkunft und Emotionalität profilieren.“ Ein erfolgversprechender Weg sei die gemeinsame positive Produktdarstellung: „Wir müssen dem Konsumenten unser Produkt Wein auf die Zunge legen und Markt um Markt erobern.“
Was die Werbegemeinschaft Württemberger Weingärtnergenossenschaften dazu beiträgt, stellte Vorstandssprecher Ulrich M. Breutner dar. Der Bekanntheitsgrad des Slogans „Kenner trinken Württemberg“ sei in den letzten drei Jahren von 21 auf 45 Prozent gestiegen. Die Verknüpfung Wein und Tourismus wurde intensiviert. Neue Impulse sind für den Handel geplant. Eine neue Kampagne soll „Gesichter“ des Weins in den Mittelpunkt stellen. Info: www.wwg.de

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