
21.10.2010
Mit Konrad Jelden ist ein „Polizist mit Heimatliebe und Weinverstand“ (so der Journalist Manfred Strobach) Ende Oktober im Ludwigsburger Schloss von Innenminister Heribert Rech in den Ruhestand verabschiedet worden. Polizeipräsident Jelden (64) leitete die Landespolizeidirektion Stuttgart seit 1995. Er war für rund 3,4 Millionen Einwohner im Regierungsbezirk Stuttgart (ohne die Landeshauptstadt) sowie für elf Polizeidirektionen mit 5500 Stellen im Polizeivollzugsdienst und 720 Stellen im Nichtvollzugsdienst zuständig.
Daneben war und ist der Jurist Konrad Jelden ein Genussmensch, Kunst- und Weinfreund. Legendär sind seine Weinproben am Ebnisee. Seit 1985 ist der an der Enz geborene Vaihinger Vorsitzender des Ebnisee-Vereins. In seinem Wohnort Waiblingen engagiert er sich im Förderverein für das Theater unter dem Regenbogen.
Einen großen Auftritt hatte Konrad Jelden bei der Landeswein- und –sektprämierung 2009 in Heilbronn. Er leitete humorvoll, sachkundig und dem nötigen Ernst angesichts der Kombination Polizei-Alkohol die große Verkostung. Wein ist für Konrad Jelden ein Stück Lebenskultur. Deshalb hat er auch klare Vorstellungen vom Umgang mit Alkohol: „Wir müssen nach der Regel: ,Promille trüben die Pupille' die Überzeugung vermitteln, dass wer fährt, nicht trinkt, und wer trinkt, nicht fährt. Dazu muss der Gesetzgeber Grenzen setzen - das gilt gegen das Koma-Saufen wie gegen Killerspiele.“
Konrad Jelden isti am 3. Oktober 1945 in Vaihingen an der Enz als ältestes von sechs Geschwistern geboren worden. Als Sohn eines Rechtsanwalts hat er in der Hochphase der 68-er Studentenbewegung Rechtswissenschaften in Tübingen, München und Heidelberg studiert. Danach hat seine Laufbahn dort begonnen, wo sie nun endet, beim Regierungspräsidium Stuttgart. Eine weitere wichtige Station war das Landratsamt im Rems-Murr-Kreis, wohin er Ende der achtziger Jahre nochmals als Erster Landesbeamter zurückgekehrt iist. Nach einem Zwischenspiel beim Landeskriminalamt und beim Innenministerium - Referat Recht und Grundsatz - ist er bei der Landespolizeidirektion Stuttgart stellvertretender Leiter des Referates Öffentliche Sicherheit und Stellvertreter des Leiters der Landespolizeidirektion geworden.
Wer wie Konrad Jelden Menschen gewonnen habe, gehe nie ganz, sondern bleibe in deren Erinnerung und Erzählung, sagte Rech. Er werde der Polizei fehlen. Das Wort „Ruhestand“ treffe bei ihm gewiss nicht zu, deshalb wünsche er ihm für die „neue Lebensphase“ alles Gute. „Sie verstehen wahrhaft die hohe Kunst, das Leben in seiner ganzen Vielfalt zu leben. Daher bin ich unbesorgt. Sie werden neue Berufungen, Erfüllung und Glück finden“, betonte der Innenminister.
Innenminister Heribert Rech hat den Leitenden Polizeidirektor Christian Nill (54) zum neuen Leiter der Landespolizeidirektion beim Regierungspräsidium Stuttgart berufen. Nill war seit 2004 Leiter der Polizeidirektion Ulm und seit 2007 Gesamtverantwortlicher für das Projekt Digitalfunk Baden-Württemberg im Innenministerium.

Konrad Jelden hat 2009 in Heilbronn die große Verkostung zur Landeswein- und –sektprämierung sachkundig kommentiert.
Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg gemeinsam für Anbaustopp
21.09.2010Die Landesregierungen von Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg haben sich dafür ausgesprochen, am Anbaustopp für Reben über die Jahre 2015 beziehungsweise 2018 hinaus entgegen den Beschlüssen der EU festzuhalten. Zudem sollen nach dem Willen beider Landesregierungen den Ländern im Weinbezeichnungsrecht eigene Zuständigkeiten zur stärkeren Profilierung von Herkunftsangaben einschließlich der Steillagen im Weingesetz ermöglicht werden. Ihr Anliegen werden die beiden Landesregierungen in einem gemeinsamen Entschließungsantrag im Bundesrat einbringen, wie die Ministerpräsidenten Kurt Beck und Stefan Mappus während einer Pressekonferenz nach der gemeinsamen Kabinettssitzung der beiden Landesregierungen in Herxheim-Hayna erläuterten.
Angesichts der nach wie vor durch Überschüsse gekennzeichneten Situation am Weinmarkt ist aus Sicht beider Landesregierungen bei einer vorzeitigen Freigabe der Pflanzrechte eine Produktionsverlagerung auf Standorte zu erwarten, die eine nahezu industrielle Traubenproduktion erlaubten. „Es ist eine große Gefährdung für die traditionellen Kulturlandschaften zu befürchten. Insbesondere der Weinbau in den Hang- und Steillagen wäre im bisherigen Umfang nicht mehr konkurrenzfähig“, so der rheinland-pfälzische Weinbauminister Hendrik Hering. „Über die Jahrhunderte hinweg wurden in Deutschland die am besten geeigneten Lagen weinbaulich erschlossen. Der Weinbau in diesen Lagen steht für Qualität, biologische Vielfalt und nachhaltige Landbewirtschaftung durch Familienbetriebe. Unser Ziel ist es, das Kultur- und Wirtschaftsgut Wein sowie die Identität der Weinbauregionen in Deutschland und Europa zu erhalten“, betonte der baden-württembergische Weinbauminister Rudolf Köberle. Seit Jahrzehnten bestehe ein bewährtes System von Qualitäts- und Anbauregeln. Die Qualitätsweinbauregionen hätten in diesem Sinne die Anbaugebiete für den Weinbau abgegrenzt, geeignete Rebsorten klassifiziert, Mindestmostgewichte festgelegt sowie Hektarhöchsterträge definiert. „Diese ganzheitliche Qualitätspolitik hat sich bewährt und muss daher auch fortgesetzt werden“, unterstrich Köberle. Die Forderung nach einer stärkeren Regionalisierung des Weinbezeichnungsrechtes begründete Hering vor allem mit einer auch von der Weinwirtschaft angestrebten stärkeren Profilierung der Qualitätsweine mit der Angabe kleinerer geographischer Einheiten sowie aus Steil- oder Terrassenlagen. Damit könnte die besondere Wertigkeit der in diesen Lagen erzeugten Weine gegenüber den Verbrauchern deutlich gemacht und die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe gestärkt werden.
Quelle: Staatskanzlei Rheinland-Pfalz / Staatsministerium Baden-Württemberg
Die Ministerpräsidenten Stefan Mappus und Kurt Beck
Foto: Michael WallrathRoßwog: Die Strukturen gezielt weiterentwickeln