
26.04.2011
Der Präsident des Deutschen Weinbauverbandes (DWV), Norbert
Weber, hat den von neun Mitgliedstaaten an EUKommissar
Cioloş gerichteten Appell, an dem System der Anpflanzungsrechte
auch über Ende 2015 hinaus festzuhalten,
ausdrücklich begrüßt.
Die Landwirtschaftsminister von neun Mitgliedstaaten, u.a. aus
Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich, haben am
Rande des letzten Agrarrates Mitte April in Luxemburg Kommissar
Cioloş ein gemeinsam unterzeichnetes Schreiben überreicht,
in dem sie die negativen Auswirkungen eines Wegfalls
des Pflanzrechtesystems Ende 2015 für die europäische
Weinwirtschaft darstellen.
Die Minister befürchten u.a. eine Überproduktion verbunden mit einem Preisverfall und eine Industrialisierung
der europäischen Weinwirtschaft mit einer Verlagerung
in einfach zu bewirtschaftende Anbauflächen. Sie fordern
den Kommissar auf, diesen Gesichtspunkten in dem von
der Kommission 2012 vorzulegenden Erfahrungsbericht über
die Auswirkungen der Reform der EU-Weinmarktorganisation
Rechnung zu tragen.
"Der Verzicht auf die bestehenden Anbauregeln für Reben hätte
in vielen Regionen Europas unweigerlich eine Verlagerung
der Produktion in einfacher zu bewirtschaftende Flachlagen zur
Folge. Dies würde den Bemühungen um Förderung von Weinqualität,
regionaler Typizität, dem Erhalt gewachsener, attraktiver
Kulturlandschaften und Steillagen zuwider laufen. Die traditionellen
Rebanlagen und die damit verbundenen Kultur- und
Erholungslandschaften würden an Anziehungskraft und Wert
verlieren und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor würde diesen ansonsten
eher wirtschaftsschwachen Standorten entzogen. Damit
verbunden wäre ein Identitätsverlust für viele Weinbauregionen,
die an Attraktivität verlieren werden.“, sagte der DWV-Präsident.
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