
27.04.2011
„Der Weinbauverband Württemberg arbeitet auch mit der neuen Regierung zusammen, weil wir zum Wohle des Landes, seiner Menschen und Landschaften beitragen wollen.“ Das erklärte Württembergs Weinbauverbandspräsident Hermann Hohl zum Koalitionsvertrag: Er begrüßt insbesondere die Festlegungen im Koalitionsvertrag, dass die künftige Regierung den Wein-, Obst- und Gemüsebau in seinen Bemühungen um Verbesserung der Qualität und der Vermarktungsstrukturen unterstützt, die Öffnung der Anbauregelungen für Weinbau durch die EU-Kommission ablehnt und sich „für innovative Modelle zur Erhaltung und Vermarktung im Steillagenweinbau“ einsetzt. Hohl betont in diesem Zusammenhang, dass gerade der terrassierte Weinbau in Württemberg ein „Markenzeichen europäischer Weinbaukultur“ sei, das nur über Fördermittel erhalten werden könne und deshalb als gesamtgesellschaftliche Aufgabe gesehen werden müsse. Deshalb sei es richtig, wenn die Regierung die „Erhaltung und Entwicklung einer attraktiven Kulturlandschaft“ ausdrücklich als Aufgabe bezeichne.
Gerade die Betonung der Kulturlandschaft und der Vermarktungsstrukturen verlange, dass das vorbildliche Struktur- und Qualitätsprogramm in Baden-Württemberg weitergeführt und weiterentwickelt werden. Hohl: „Ich kann mir vorstellen, dass es fusionsbedingte Kosten als zukunftssichernde Maßnahme künftig höher fördert.“ Sinnvoll sei auch eine Leistungsschau der gesamten Agrarwirtschaft in Baden-Württemberg im Wechsel mit einer Württemberger Weinmesse. Die Baden-Württemberger „Grüne Woche“ könne neben den Außen-Aktivitäten mit Baden-Württemberg Classics in Berlin, Dresden, Duisburg und München eine wichtige Marketing-Maßnahme für die landwirtschaftlichen Produkte des Genießerlandes werden.
Der Weinbauverband Württemberg werde als seinen Beitrag im Blick auf die Zukunft die 2006 einstimmig verabschiedeten Leitlinien für die Württemberger Weinwirtschaft fortschreiben.
Hohl betonte auch, dass die Wengerter schon über Generationen hinweg erfolgreich für den Erhalt der Natur arbeiteten: „Wir haben als Erste Richtlinien für den umweltschonenden Weinbau erarbeitet und umgesetzt. Uns muss man Naturschutz nicht erklären, wir praktizieren ihn. Wir leben mit der Natur und für sie. Wir sind die geborenen Naturschützer. Wir sehen den Naturschutz und Landschaftsschutz als oberstes Ziel bei der Bewirtschaftung unserer Weinberge.“
Der Weinbauverband Württemberg hatte den Koalitionären Eckpunkte mit Themen wie Steillagen, Naturschutz, Weintourismus, Agrarmessen, Ko-Finanzierung von EU-geförderten Maßnahmen, Erhaltung der Fachkompetenz im zuständigen Ministerium und mehr zugehen lassen. Jetzt gelte es, die Absichtserklärung der Regierung umzusetzen. Hohl: „Wir brauchen auch alle politischen Kräfte in Stuttgart, Berlin und Brüssel für die Neuausformung der EU-Weinmarktreform. Wir wollen deshalb im bewährten Schulterschluss zwischen Weinwirtschaft, Politik und Verwaltung weiter mit einer Zunge reden.“