
12.05.2011
Katastrophale Folgen zweier Frostnächte: 20 Millionen Euro Schaden
Katastrophale Folgen hatte die Frostnacht vom 3. auf den 4. Mai in den Weinbergen. Weinbauverbands-Präsident Hermann Hohl: „In Württemberg gehen wir von einer betroffenen Rebfläche von 3000 Hektar aus. Davon liegen allein 800 Hektar im besonders hart betroffenen Taubertal. Auf 1500 Hektar erwarten wir einen Ernte-Totalausfall. Klar ist, dass viele Betriebe auch im Blick auf die beiden letzten kleinen Ernten in ihrer Existenz gefährdet sind und die Situation nicht ohne Unterstützung überstehen. Deshalb haben wir umgehend gehandelt.“
Beobachter bezeichnen den Frost als schwersten seit mehr als zehn Jahren. Im Weinsberger Tal wird der Totalschaden auf 30 Prozent der Rebfläche geschätzt, im Zabergäu/Heuchelberg auf 50 Prozent. Glimpflich davon gekommen sind der Raum Stuttgart/Remstal mit voraussichtlich 10 Prozent Ausfall und der Kraichgau. Eines ist jetzt schon sicher: Die ohnehin nur spärlich gefüllten Keller der Genossenschaften und privaten Weingüter werden früher als üblich leer sein. Bei Weißwein bestehen bereits Lieferengpässe.
Hohl: „Wir stellen uns Unterstützung des Landes als Finanzhilfe ab einer zu definierenden Schadensschwelle bis zu einem Höchstbetrag vor. Das Maßnahmenbündel soll eine schnellstmögliche Hilfe zum Ziel haben. Antragsprozeduren, die zeitliche Abwicklung, Aspekte wie Bankenkredite müssen noch ausgeformt werden.“
Die Bodensee-Erfahrung kann dabei als Richtschnur dienen. Den Bodensee-Wein- und Obstbauern hat das Land nach dem Hagelschaden vor zwei Jahren mit einer Finanzspritze geholfen. Sobald die Einzelheiten klar sind, bietet der Weinbauverband Württemberg Sprechstunden für Betroffene an. Hohl: „Die Politik kann ihre Hilfe nicht versagen. Schließlich steht der Fortbestand des Weinbaues in den Wein-, Genießer- und Urlaubsregionen Württemberg und Baden auf dem Spiel.“