Weinhoheiten 2011/2012 grüßen alle Weinfreunde
Die Württemberger Weinhoheiten 2011/2012 grüßen die Weinfreunde des Anbaugebietes: Weinkönigin Petra Hammer (rechts) und Weinprinzessin Stefanie Zimmer.

News

12.09.2011

Ein denkwürdiger und hervorragender Jahrgang 2011

 

 

Der Weinherbst 2011 geht als denkwürdiger Jahrgang in die Geschichte des Anbaugebietes Württemberg ein. Nach dem Frost am 4. Mai und verschiedenen Hagelereignissen im Juli liegen die Erwartungen zwischen Totalausfall wie im Taubertal, schweren Verlusten in frostgeschädigten Gebieten in Hohenlohe/Heilbronner Land/Ludwigsburg und einem Vollherbst wie im Stuttgarter Raum. Weinbauverbands-Präsident Hermann Hohl rechnet nach der frühen Reife mit einem „hervorragenden“ Jahrgang auch bei Spätsorten. Bei der jährlichen Herbstpressekonferenz mit dem baden-württembergischen Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Alexander Bonde, sagte Hohl in Vaihingen: „Wir sind zuversichtlich, unseren Kunden einen Jahrgang 2011 mit besten Qualitäten bieten zu können.“  Während sich der frühreife Müller-Thurgau fast auf Normalniveau bewegt, liegen spätreife Sorten wie Riesling und Lemberger bereits jetzt im Prädikatsweinbereich jenseits der 75 Grad Oechsle.

 

„Wenn wir von einer voraussichtlich gleich großen Menge wie im letzten Jahr berichten, wird das angesichts der Frost- und Hagelschäden manchen irritieren“, erklärte Hohl: Schon der Jahrgang 2010 sei mit 75,3 Millionen Litern 35 bis 40 Prozent als kleinster der letzten 25 Jahre deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt gelegen. Für das gesamte Anbaugebiet Württemberg habe die Natur trotz der gewaltigen Schäden in einzelnen Regionen insgesamt für einen Ausgleich gesorgt. Deshalb rechnet Hohl 2011 mit einem Herbst, der 30 Prozent unter dem normalen Durchschnitt liegt. Bei den roten Traditionssorten werde es keine Lieferprobleme geben, aber voraussichtlich beim Riesling. Hohl ist aber zuversichtlich, dass die Verknappung durch den früheren Herbst rechtzeitig vor dem Weihnachts-Geschäft ausgeglichen werden kann.

 

 

Eine verlässliche Prognose sei in diesem Jahr wegen der Wetterkapriolen allerdings sehr schwer. Nach dem seit 100 Jahren trockensten und warmen Frühling mit dem frühen Vegetationsstart und Reben-Austrieb kam die Blüte teilweise drei Wochen früher als üblich. Der Herbst habe deshalb sehr früh begonnen.

Hohl dankte Landesregierung und Parlament für die schnelle Direkthilfe für die vom Frost besonders betroffenene Betriebe und Wengerter-Familien. Das Antragsverfahren läuft bis Ende Oktober. Der Weinbauverbands-Präsident regte angesichts der zu erwartenden extremeren Wettersituationen abgestimmte Vorsorge-Maßnahmen an.

Hohl und Minister Bonde sicherten sich gegenseitig auch die Unterstützung im weiteren Fortgang der EU-Weinmarktreform und speziell beim Kampf gegen die Aufhebung des Anbaustopps zu. Hohl: „Wir müssen die Schlagzahl der Aktivitäten erhöhen.“ Bonde: „Es wird noch ein hartes Stückl Arbeit, bei der wir jede Unterstützung brauchen.“ Im November wird es ein weiteres weinbaupolitisches Gespräch in Brüssel geben.

Eine ausführliche Presseinformation zu den Aussagen von Minister Bonde im Rahmen der Pressekonferenz kann hier abgerufen werden.

Presseinfo Minister Bonde