
Werner Bader ist seit 1. Januar 2012 Geschäftsführer des Weinbauverbandes Württemberg.
Der 45-Jährige stammt aus dem Remstal, ist in einem Betrieb mit Weinbau und Rebveredlung „zwischen Reb- und Grundschule“ aufgewachsen und lebt dort mit seiner Familie. Zuletzt leitete der Diplom-Agraringenieur unter anderem die Redaktion der Zeitschrift „Der Deutsche Weinbau“, das Organ des Deutschen Weinbauverbandes.
Werner Bader wolltel „nach 18 Jahren Weinbau-Auslandseinsatz in der Pfalz beziehungsweise weltweit“ in seine Württemberger Heimat zurückzukehren und will dort die Weinbau-Zukunft mitgestalten: „Viele neue, spannende und selbstbewusste Ideen, Aktionen und Jungwinzerprojekte kommen aus Württemberg. Weingüter, Weingärtnergenossenschaften und Kellereien sind innovativ, suchen, finden und gehen neue Wege.“ Die „Eckpfeiler“ seiner Tätigkeit beschreibt er mit drei K’s: Kommunikation, Koordination und Konzeption.
Zur Person
Werner Bader ist 45 Jahre alt, lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Kernen-Stetten, wo er in einem Betrieb mit Schwerpunkt Weinbau und Rebenveredelung aufgewachsen ist. Das Weingut wird heute von seinem Bruder geführt. Der Weinbaubetrieb der Schwiegereltern liefert an die Remstalkellerei ab.
Nach einem Praktikum in der Rebenzüchtung der Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg und dem Wehrdienst hat Werner Bader von 1987 bis 1993 an der Universität Hohenheim Agrarwissenschaften mit Abschluss Diplom-Agraringenieur studiert. Das Thema seiner mit „sehr gut“ bewerteten Diplomarbeit: „Verbesserung des Verfahrens zur maschinellen Grünveredelung der Rebe.“ Außerdem ist er geprüfter Sachverständiger für die Amtliche Qualitätsweinprüfung und Mitglied des Bundes Deutscher Oenologen.
Schon während des Studiums hat sich Werner Bader für Agrarjournalismus interessiert und auch journalistisch betätigt. 1993 ging er zum Meininger Verlag in Neustadt an der Weinstraße, wo er zuletzt Redaktionsleiter der Zeitschrift „Der Deutschen Weinbau“, das Organ des Deutschen Weinbauverbandes, und des Magazins „MundusVini“ war. Verantwortlich war er dabei auch für Fachbuchreihen, Fachreisen und den Onlineauftritt.
Ehrenamtlich engagiert sich Werner Bader unter anderem für die Freiwillige Feuerwehr und als 1. Vorsitzender für das Handharmonika-Orchester Stetten e.V.
Werner Bader über Werner Bader
Was ich schätze: Professionalität, Bodenständigkeit, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Humor, Freundlichkeit
Was mich nervt: Gier, Egoismus, Unverschämtheit, Angeberei, Neid, fehlende Zielorientierung
Hobbies: Gespräche mit Familie & Freunden (natürlich bei einem guten Fläschle Wein), Lesen (Biographien, Krimis), Musik (breit gestreut von Helene Fischer über eigene Akkordeon-Einlagen bis Queen), Sport, am Wochenende mit Berner Sennenhund Toni zielorientiert wandern
Mein Lieblingswein? Den gibt’s nicht, wechselt je nach Jahres- und Uhrzeitt sowie Situation, aber trocken sollte er sein - „furztrocken“, wie der Schwabe sagt.
Interview mit Geschäftsführer Werner Bader
Rebe & Wein stellte im Januar 2012 Fragen
Rebe & Wein: Nach 18 Jahren „Auslandseinsatz“ in der Pfalz: Wie sieht der Remstäler das Weinland Württemberg heute?
Bader: Württemberg ist Klasse! Zunächst gibt es großartige Winzerinnen und Winzer, die einen tollen Job machen – oft auch im Nebenerwerb: tagsüber bei Audi oder Mercedes, abends im Weinberg. Bei der Weinqualität hat Württemberg in den letzten Jahren einen Quantensprung vollzogen. Das wird mittlerweile auch „außerhalb“ respektvoll registriert. Viele neue, spannende und selbstbewusste Ideen, Aktionen und Jungwinzerprojekte kommen aus Württemberg. Weingüter, Weingärtnergenossenschaften und Kellereien sind innovativ, suchen, finden und gehen neue Wege. Exzellente Botschafter wie der in Rheinland-Pfalz so erfolgreiche Dornfelder sind in Weinsberg geboren. Mit Lemberger und vor allem Trollinger haben wir hervorragende Alleinstellungsmerkmale.
Rebe & Wein: Alle reden vom Weintourismus. Hat Württemberg Nachholbedarf?
Bader: Württemberg hat einzigartige Landschaften und Regionen, die geradezu prädestiniert sind für touristische Aktivitäten. Hier ist Potenzial vorhanden. Es bewegt sich ja schon einiges. Nicht umsonst kommt die Ausbildung zum Weinerlebnisführer an der LVWO Weinsberg so gut an. Aber man kann immer mehr tun. Wir werden das anpacken.
Rebe & Wein: Was dürfen die Mitglieder des Weinbauverbandes erwarten?
Bader: Gute Kommunikation ist die Basis für gutes und zielorientiertes Arbeiten. Dass neue Wege und Entscheidungen oftmals eine Gratwanderung darstellen zwischen Tradition und Zukunft, ist klar. Doch richtig ist auch Gustav Mahlers Satz: „Tradition ist die Bewahrung des Feuers, nicht die Anbetung der Asche“.
Werner Bader: Drei Eckpunkte
Eckpfeiler meiner Tätigkeit für den Verband werden die drei K’s darstellen: Kommunikation, Koordination und, darauf aufbauend sowie in gemeinsamer Arbeit mit dem Präsident und dem (erweiterten) Vorstand, natürlich schließlich auch die Konzeption.
a) Kommunikation: Erste Aufgabe wird sein: Gespräche zu führen, viele Fragen zu stellen und ein aktuelles Bild der württembergischen Weinszene zu zeichnen. Denn das ist ja die Basis für konzeptionelles, zielorientiertes Arbeiten. Mein Anspruch ist es jedenfalls ein fachkompetenter Ansprechpartner zu sein (gerne auch über facebook), der durchaus offen ist für neue Ideen & Wege
b) Koordination bedeutet für mich, die Prozesse zu begleiten und zum sinnvollsten Zeitpunkt die richtigen Ansprechpartner ins Boot zu holen. Ich gehe davon aus, dass mir dabei mein in den letzten Jahr(zehnt)en geknüpftes Netzwerk durchaus hilfreich sein kann.
c) Konzeption - in Abstimmung und Zusammenarbeit mit den Gremien beziehungsweise den zuständigen Stellen, Ämtern Behörden usw.
- Dass neue Wege und Entscheidungen oftmals eine Gratwanderung darstellen zwischen Tradition und Zukunft, ist klar. Doch richtig ist auch, dass Gustav Mahler’s Zitat stimmt: „Tradition ist die Bewahrung des Feuers, nicht die Anbetung der Asche“. Vor diesem Hintergrund sind zukunftsweisende Entscheidungen zwar immer ein Wagnis, gleichzeitig aber hin und wieder auch dringend erforderlich.
Geschäftsführer des Weinbauverbandes Württemberg nach 1945
24.11.1947 - 1958 Oskar Raab
01.06.1958 - 1970 Gerhard Götz
01.04.1970 - 30.06.1972 Ulrich Wilhelm
16.10.1972 - 30.06.1975 Gottfried Preidl
15.10.1975 - 31.12.2011 Karl Heinz Hirsch
01.01.2012 - Werner Bader
Leitartikel von Werner Bader in Rebe & Wein Januar 2011