
In persönlichen Worten berichtet die Württemberger Weinkönigin Christl Schäfer über ihre zahlreichen Erlebnisse:
Seit meiner Wahl zur Württemberger Weinkönigin am 7. November 2008 in Brackenheim liegen ereignisreiche Wochen hinter mir und ich kann ein erstes Resümee ziehen.

Herr Köhler lud zum diesjährigen Sommerfest im Schlossgarten von Bellevue ein und die jeweiligen Hoheiten der Weinanbaugebiete durften ihre Regionen vertreten und die Weine präsentieren. So war es für meine Weinprinzessin Tabea und mich ein einmaliges Erlebnis, bei diesem Sommerfest dabei zu sein und viele der 4000 geladenen Gäste umfassend über unsere mitgebrachten Württemberger Weine zu informieren. Im Gepäck hatten wir Trollinger, Lemberger und Justinus K. Selbst kleine Regenschauer konnten der Stimmung und gigantischen Atmosphäre rund ums Schloss nichts anhaben. So freuten wir uns, dass der Bundespräsident auch in diesem Jahr wieder ausreichend Regenschirme bestellt hatte und wir einen dieser allseits beliebt und bekannten Regenschirme als Souvenir mit nach Hause nehmen konnten.
Zum Ratstrunk wurde ich in den Stiftskeller nach Beutelsbach eingeladen. Die Weinstädter Wengerter kreieren gemeinsam mit dem Gemeinderat der Stadt im städtischen Weinberg jedes Jahr Weine, die beim alljährlichen Ratstrunk vorgestellt und verkostet werden. Patenschaften für die jeweiligen Jahrgänge übernehmen Personen aus dem öffentlichen Leben. Für den Jahrgang 2008 übernahm Prof. Dr. h. c. Lothar Späth die Patenschaft und bewies in seiner Gastrede, dass er würdevoller Pate für diesen Jahrgang ist. Schließlich hat er in seiner politischen Amtszeit in der ganzen Welt für die Württemberger Weine geschwärmt. Bei der Verkostung war ich begeistert, was für großartige Weine das Ergebnis der Kooperation aus Politik und Landwirtschaft sind.
Bei der gemeinsamen Aktion der WZG und Schmeck den Süden Baden-Württemberg im Fegro/Selgros in Filderstadt-Bernhausen, plauderte ich mit einem Showkoch über Essen und Wein und lernte dabei, wie man Zwiebeln schneidet, ohne dass einem dabei die Augen brennen. Entgegen meiner Annahme sie mit einer Taucherbrille zum Schutz der Augen zu schneiden, riet er mir lediglich ein scharfes Messer zu verwenden. Anschließend hatten die geladenen Gäste die Chance eines der begehrten Schmeck den Süden Geschenkpakete zu erhalten. Bei einem Quiz stellte ich Fragen rund um den Württemberger Wein, die es zu beantworten galt. Zu wissen, dass unser Württemberger Nationalgetränk der Trollinger ist, dem im Trollingerjahr 2009 besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird, machte den einen oder anderen Gewinnern glücklich.
Zum 175-jährigen Jubiläum durfte ich das erste Neckarsulmer Weindorf eröffnen. Hier präsentierten regionale Betriebe ihre edlen Tropfen und bewiesen, dass der ursprüngliche Grundgedanke des Weinbauvereins bis heute fortgeführt wird. Die stetige Qualitätssteigerung und Optimierung der Traubenerzeugung steht im Vordergrund und so hatte mein Gaumen große Freude beim anschließenden Rundgang übers Fest.

Gemeinsam mit der ehemaligen Weinkönigin Elisabeth Berthold verkostete ich noch einige Weine, ehe der Abend dann beim schwäbischen Maultäschle mit Kartoffelsalat den Ausklang fand.
Zu Hause bei den Fellbacher Weingärtnern war ich beim Tag des offenen Kellers und Erlebnisbauernmarkt. Regionale Produkte wie Obst, Gemüse, Spirituosen und natürlich unsere Weine der Fellbacher Genossenschaft wurden ausgestellt, konnten verkostet und gekauft werden. Im Rahmen der Aktion „lebendiger Weinberg“, die unter anderem der Bewahrung der Artenvielfalt und der Bereichung des Landschaftsbilds dient, pflanzte ich gemeinsam mit Herrn Landrat Fuchs Rosen und verschönerte damit den Weinbaulehrpfad am Keltervorplatz.
Zur Verkostung der Trollinger für den Trollinger-Wettbewerb wurde ich eingeladen und hatte die Möglichkeit weit über 50 Weine zu probieren und bewerten. Hier kam mir zu Gute, dass ich als Schwäbin mit dem Trollinger aufgewachsen bin und mir sein Profil sehr gut bekannt ist. Schließlich galt es einen typischen Trollinger aufs Siegertreppchen zu stellen. Eine schöne Aufgabe, die jedoch auch sehr viel Konzentration gefordert hat, da jedem Wein die gleiche Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte.
In der Neuen Kelter in Fellbach lud ich die Kunden zur Verkostung von Spargelgerichten zu verschiedenen Weinen ein. Das Gasthaus Traube aus Bad Cannstatt verwöhnte uns mit Quiche und Spargelsalat. Zu Weinen wie Justinus K, Chardonnay und meinen Königinnenwein ein Hochgenuss.
Geladene Gäste kamen bei Rewe in den Genuss von frischen Sylter und diversen französischen Austern. Passend dazu reichten wir Sekte und Weine der Fellbacher Weingärtner eG und vom Weingut GA. Hier hatte ich auch Gelegenheit die ersten Austern meines Lebens zu probieren. Wobei ich gestehen muss, den Winzersekt kann man auch hervorragend ohne Beilage genießen.
Die berühmte Neckarschlaufe bei Mundelsheim war mir von Bildern bestens bekannt. Nun hatte ich endlich Gelegenheit sie direkt aus den terrassierten Steillagen des Mundelsheimer Käsbergs zu betrachten. Auf einem Weg mitten im Hang, wurde mit Sitzgarnituren die längste Tafel des Neckartals gebildet. Zu den Weinen der Weingärtnergenossenschaft Mundelsheim, gab es Ochs vom Spieß. So mitten in den Weinbergen verspürte ich den Drang, die engen Weinbergstreppchen zum Aussichtspunkt zu erklimmen. Es ist zugegebenermaßen sehr beeindruckend, die engen und schmalen Treppchen hinaufzugehen und ich konnte mir sichtlich vorstellen, mit welcher Arbeit die Bewirtschaftung dieser Flächen verbunden ist.
Viel Spass hatte ich wieder bei den BW-Classis, diesmal in Hamburg. Passend zur Saison informierte ich das interessierte Publikum über Frühjahrs- und Sommerweine. Im Trollingerjahr 2009 schenkte ich dem Trollinger in seiner gesamten Facettenreichheit in einem extra konzipierten Seminar besondere Aufmerksamkeit. Bei Sekt, Blanc de Noir, Rosé, Muskat-Trollinger oder dem Trollinger wie man ihn ziegelrot kennt, blühten die Hamburger auf und teilten mir ihre Begeisterung für die Trollinger-Weine mit.
Eine super Chance gemeinsam, mit Experten Weine zu verkosten, war sicherlich die Teilnahme an der Landesweinprämierung. Es war spannend, die eigenen Notizen und Punktevergabe in der Gruppe zu besprechen. Nach anfänglicher Unsicherheit, wie denn nun die Punkte zu vergeben seien, kann ich nun sagen, der Sensorik-Unterricht an meiner Hochschule hat sich gelohnt!
Besonders gefreut habe ich mich auf meinen Besuch auf der ProWein in
Düsseldorf, der wichtigsten Internationalen Weinmesse in Deutschland. Hier
fand ich am Stand des DWI eine Plattform, um gemeinsam mit den anderen
Jungwinzern meiner Genossenschaft unser Projekt Next Generation
vorzustellen. Unser Riesling kam sehr gut an, und wir wurden ermutigt, einen
Nachfolgewein im nächsten Jahr herauszubringen. Auch die mit dem Vaihinger
Löwen preisgekrönten Lembergerweine fanden Anklang beim Publikum, und so
konnten wir Württemberg innovativ und mit besten Qualitäten stolz
präsentieren.
Um den Finanzleuten nach den trockenen Vorträgen auf der Messe abends
beratend in der Weinlounch zur Seite zu stehen, fuhr ich mit meiner
königlichen A-Klasse nach Wiesbaden. Im wunderschönen Kurhaus präsentierte
ich in der Wein-Lounge Badische und Württembergische Weinspezialitäten.

Achtzig Wein-Karikaturen zeigen die Fellbacher Weingärter eG bis 30. April 2009 in ihren Räumen. Bei der Eröffnung ließ ich mich von Zeichner Oscar M. Barrientos aus seiner Sicht porträtieren.
Bilder eines kreativen Prozesses




10.1.09 - Eisweinlese
Das Jahr 2009 hat mit einem Rekordergebnis von 207 Grad Öchsle bei der Eisweinlese der Fellbacher Weingärtner eG begonnen und verspricht noch weitere spannende Momente. Auf der Grünen Woche den Württemberger Weinbau zu repräsentieren und andere Gebietsweinköniginnen kennen zu lernen.
Sehr gespannt bin ich auch auf den Besuch der Deutschen Weinkönigin Marlies Dumbsky, die ich gemeinsam mit meiner Weinprinzessin Tabea Buck bei ihrem Antrittsbesuch Ende Januar durch das Anbaugebiet Württemberg führen darf.
Mein im Februar endendes Praktikum bei der Weingärtner-Zentralgenossenschaft e. G. und Werbegemeinschaft Württembergischer Weingärtnergenossenschaften eG in Möglingen lassen sich gut mit dem Amt der Weinkönigin verbinden. Ab März wird sich nun zeigen, wie sich mein Studium der Weinbetriebswirtschaft in Heilbronn mit den vielen aufregenden Terminen vereinen lässt.
23.12.08 - Heilbronner Stimme-Weinquiz
Eine Genussreise versprach die Gewinner-Rundfahrt des Heilbronner Stimme-Weinquiz' zu werden. Uns wurde unter anderem präsentiert, wie Kaffee, Schokoladentörtchen und Beerenauslesen harmonieren. Ausgezeichnet fruchtbetonte Weine wurden uns zu einem sehr deftigen Abendessen aus eigener Schweinemast kredenzt. Für mich eine gelungene Fahrt, um bei vorzüglichen Weinen und Sekten Einblicke in Betriebe des Heilbronner Raums zu erhalten.
2.12.08 - CDU Bundesparteitag
Unter die Politiker konnte ich mich beim CDU-Bundesparteitag in der Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart mischen. Beim kurzen Händeschütteln hatte ich Gelegenheit Bundeskanzlerin Angela Merkel in die Augen zu blicken, ehe sie sich, von Journalisten umringt, gemeinsam mit Ministerpräsident Oettinger ihrem Abendessen widmen konnte.
15.11.08 - Heilbronner Weingipfel
Am aufregendsten war sicherlich die Eröffnung des Heilbronner Weingipfels. Tagelang hatte ich mir den Kopf zerbrochen, wie wohl die perfekte Rede aussehen könnte, die ich für meinen ersten großen Termin vorbereitete.
Heute war ich beim Interview im SWR-Studio Heilbronn. Erste Erfahrungen vor der Kamera durfte ich bei auch meinem Auftritt in der Fernsehsendung „Fröhlicher Weinberg“ sammeln. Es war sehr interessant, direkt am Drehort in der Alten Kelter in Fellbach beginnend bei Vorbesprechung, Generalprobe bis hin zur Aufzeichnung dabei zu sein.
10.11.08 - Weinkönigin Christl Schäfer fährt Mercedes A-Klasse
Ein Auto aus Württemberg fährt die Württemberger Weinkönigin Christl Schäfer. „Dienstwagen“ ist eine Mercedes A-Klasse mit der passenden Nummer HN-WK 2009. Denis Daniel (rechts im Bild) vom Heilbronner Autohaus Assenheimer-Mulfinger übergab im Beisein von Weinprinzessin Tabea Buck und Weinbauverbandspräsident Hermann Hohl den Schlüssel für die hoheitliche „Kutsche“ mit dem Stern an die Fellbacherin. Auf der silbernen Kühlerhaube glänzt der Name „Christl“.
Die Weinkönigin fährt während ihres Amtsjahres zu rund 150 Terminen.